Ferienzeit: Sind Sie online oder offline? Oder die Kunst des Vertrauens.

Maria Bassi

Impulsgeberin

maria@wunder-raum.ch
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Segelboot

Wenn sich unsere Kunden* für ihre Sommerferien verabschieden, höre ich jeweils zwei verschiedene Aussagen: Ich bin jetzt drei Wochen weg. Aber ich bin online, du kannst mich jederzeit per Mail erreichen. Oder aber: Ich bin jetzt drei Wochen weg und nicht erreichbar. Im Notfall wende dich an meine Kollegin, sie wird sich darum kümmern.
Zu welchem Typ gehören Sie?

Offline-Ferien stressen mich mehr

Ich persönlich entscheide je nach Art der Ferien, ob ich online oder offline bin. Meine Offline-Ferien stressen mich im Vorfeld mehr. Ich organisiere alles, was für mich absehbar ist, was eventuell während meiner Abwesenheit passieren könnte. Ich möchte möglichst alles gut dokumentiert an meine Stellvertretung übergeben. Dafür kann ich zu Ferienbeginn meine Abwesenheitsnotiz aktivieren und dann total abschalten. Niemand erwartet eine Antwort. Ich muss mich um nichts kümmern und darf einfach so mal meine zwei, drei Wochen abschalten. Ob ich abschalten kann? Ja, das kann ich sehr gut. Ich weiss nämlich, dass ich meinem Team vertrauen kann.

Vertrauen schaffen

Vertrauen ist für mich elementar in der Führung und einer der wichtigsten und langfristig wirksamsten Erfolgsfaktoren für agile Teams. Damit sind Organisationen schneller und innovativer.

Das Vertrauen müssen wir für uns und unsere Mitarbeiter entwickeln. Dazu sind Offenheit, Transparenz und gute Kommunikation notwendig, aber auch klare Werte und Prinzipien.  Das Vertrauen wird gestärkt durch Werte wie “Respekt” und “Empowerment”.

Schaffen wir es Vertrauen aufzubauen, bilden wir die Voraussetzung, dass Mitarbeiter sich trauen neue, innovative Wege zu gehen und selbständig zu entscheiden. Agile Organisationen, Fehlerkultur, Innovation, Teamwork, erfolgreiche Produkte – all diese Themen basieren auf vorhandenes Vertrauen zwischen Führungskräften, Mitarbeitenden und Kunden.

Entlasten wir uns. Stärken wir die Selbstverantwortung unserer Mitarbeiter, auch im Hinblick auf den Wandel, der sich vollzieht. Wir dürfen uns endlich nicht mehr als alleiniger Problemlöser sehen. Stattdessen gilt es, den Mitarbeitern zu erlauben, Eigeninitiative zu zeigen, Lösungen zu benennen und gemeinsam zu besprechen.

Zutrauen und anvertrauen

Vertrauen hat viel mit “zutrauen” zu tun: Ich traue es dir zu, dass du eigenständig Lösungen findest. Das schafft automatisch die Basis, dass auch unsere Mitarbeiter sich die Aufgabe “zutrauen” und bestärkt sie in ihrer Entwicklung.

Oder mit “anvertrauen”: Ich vertraue dir, sodass ich mich dir anvertrauen kann, dass ich dir dieses Projekt anvertrauen kann.

Meine Erfahrung hat mit mir gezeigt: Wenn ich Vertrauen schenke, bekomme ich viel mehr zurück. Und: ich kann entspannt in die Ferien, mich zurücklehnen und einfach abschalten. Offline sein.

 

Maria Bassi, Gründerin Wunderraum AG und Gründerin/CEO ACC Treuhand AG

*Die im Artikel gewählte männliche Form bezieht sich immer zugleich auf weibliche und männliche Personen

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