Es geht uns um ein Miteinander, das engagiert ist, offen und nach vorne gerichtet

Viktoria Edelmann

Office Managerin

viktoria@wunder-raum.ch
+41 55 415 70 00
Maria Bassi+Elisabeth Hirtl

Vor acht Jahren startete der Wunderraum mit einer klaren Idee: Arbeiten soll nicht nur effizient sein, sondern auch Freude machen. Heute ist daraus ein etablierter Business Space mit Büros, Coworking, Meetingräumen und einer aktiven Community geworden. Die Gründerinnen Maria Bassi und Elisabeth Hirtl erzählen, wie alles begann und warum Wunderraum heute aktueller ist denn je.

Von Claudia Hiestand

Acht Jahre Wunderraum: Was war damals eigentlich der Auslöser für die Gründung?

Maria Bassi: Uns hat gestört, wie Arbeit oft organisiert ist: funktional, aber unpersönlich. Viele Büros sind austauschbar. Man arbeitet dort, aber man bleibt nicht. Gleichzeitig war uns wichtig, einen Ort für Unternehmerinnen und Neugründer zu schaffen. Einen Ort, der alles vereint, was man braucht, wenn man es braucht. Was wir bieten wollten, war ein professionelles und gleichzeitig menschliches Umfeld. Dieser Mix, davon waren wir überzeugt, generiert echten Mehrwert.

 

Und wie habt ihr diese Idee konkret umgesetzt?

Elisabeth Hirtl: Wir wollten keinen Schreibtischpark, kein steriles Büro, in dem jede Person für sich bleibt, sondern einen Ort, wo man gern arbeitet. Und auch gern ankommt. Mit Atmosphäre, mit Service, mit einem gewissen Gastgeberinnen-Gedanken. Eher wie ein gutes Hotel, einfach für Arbeit. Man merkt ziemlich schnell, ob ein Ort stimmt. Und genau dieses Gefühl wollten wir erzeugen.

 

Hand aufs Herz: Wie riskant war der Start?

Elisabeth Hirtl: Ziemlich riskant. Es hat niemand auf uns gewartet. Viele prophezeiten uns, dass es nicht funktionieren wird. Wir sind Schritt für Schritt vorgegangen. Wenn eine Entscheidung anstand und sich alles richtig angefühlt hat, haben wir nicht lange gezögert. Wir sind keine Menschen, die alles zerdenken. Loslegen, lernen, besser werden, das war unser Ansatz.

 

Was hat euch durch diese Anfangsphase getragen?

Maria Bassi: Die Klarheit. Wir wussten, was wir wollen und was nicht. Das hat enorm geholfen. Und wir haben früh gemerkt: Nicht jede Kundin und jeder Kunde passt zu uns. Das auszuhalten, war wichtig. Lieber langsamer wachsen, dafür stimmig bleiben. Und wir hatten ein gutes Netzwerk, das uns unterstützt hat. Das war ebenfalls entscheidend.

 

Heute spricht man ständig von «Hybridem Arbeiten». Ihr habt schon früh auf flexible Arbeitsmodelle und Coworking gesetzt. War das Timing Glück?

Maria Bassi: Teilweise sicher. Aber vieles war absehbar. Flexibilität, weniger Fixkosten, mehr Fokus aufs Kerngeschäft, das sind keine kurzfristigen Trends, sondern echte Bedürfnisse. Die Pandemie hat das Ganze beschleunigt und sichtbarer gemacht. Plötzlich war das, was wir schon gemacht haben, für viel mehr Menschen relevant.

 

In einem Satz: Was ist Wunderraum?

Elisabeth Hirtl: Ein Ort, der Arbeit einfacher macht. Und oft besser.

 

Und etwas ausführlicher?

Maria Bassi: Ein kleines Ökosystem. Menschen aus unterschiedlichen Branchen arbeiten hier nebeneinander, ohne dass es künstlich wirkt. Daraus entstehen Gespräche, Ideen, manchmal auch Kooperationen. Nicht erzwungen, sondern ganz natürlich. Und genau das ist der Punkt: Wir schaffen den Rahmen. Was darin entsteht, liegt bei den Menschen.

 

Ihr sprecht oft davon, dass ihr Kontakte kuratiert. Was heisst das konkret?

Elisabeth Hirtl: Wir vernetzen gezielt. Wenn wir merken, zwei Personen sollten sich kennenlernen, dann bringen wir sie zusammen. Das sehen wir als Teil unseres Jobs. Wir hören aufmerksam zu, verstehen, wer was braucht, und machen dann den passenden Kontakt. Das wird extrem geschätzt.

 

Wer arbeitet heute bei euch?

Elisabeth Hirtl: Es ist eine tolle Mischung: Es sind Unternehmerinnen oder Neugründer, die ihre Firma hier ansiedeln. Es arbeiten aber auch Selbstständige, Freelance und Führungskräfte hier. Viele suchen eine Alternative zum Homeoffice oder zum klassischen Büro, oft auch nur für einige Tage pro Woche.

Maria Bassi: Unsere Meetingräume werden von Geschäftsleitungen, Verwaltungsräten und Teams von Firmen und KMU aus der Region gemietet. Auch Vereine sind willkommen. Diese Vielfalt macht den Ort spannend.

 

Was wollen eure Kundinnen und Kunden heute wirklich?

Elisabeth Hirtl: Einfachheit, Flexibilität und Entlastung. Sie wollen arbeiten, nicht Infrastruktur managen. Und sie wollen Lösungen, die sich an ihr Leben anpassen, nicht umgekehrt.

 

Und was bringt sie dazu, zu bleiben?

Maria Bassi: Die Stimmung im Wunderraum. Wenn der Spirit stimmt, kommen die Leute gern. Und dann entsteht fast alles von selbst: Austausch, Motivation, Produktivität. Viele sagen uns, dass sie hier fokussierter arbeiten als zu Hause und es gleichzeitig schätzen, weniger allein zu sein.

 

Community ist ein grosses Wort. Was bedeutet es für euch?

Elisabeth Hirtl: Dass Dinge passieren, die man nicht planen kann. Gespräche an der Kaffeemaschine, aus denen plötzlich etwas entsteht, eine Idee, eine neue Kooperation. Diese Momente sind Gold wert. Wir können sie nicht erzwingen, aber wir können den Rahmen dafür bieten.

 

Worauf seid ihr nach acht Jahren wirklich stolz?

Maria Bassi: Dass wir uns in der Region als wirtschaftlicher Fixpunkt etabliert haben, ohne laut zu sein. Dafür sind wir konsequent unseren eigenen Weg gegangen. Mit Qualität, Haltung und viel Herzblut.

Elisabeth Hirtl: Und dass hier echte Verbindungen entstehen. Menschen unterstützen sich, empfehlen sich gegenseitig weiter, wachsen miteinander. Das macht den Wunderraum besonders.

 

Was kommt als Nächstes?

Elisabeth Hirtl: Weiterentwickeln. Nicht stehen bleiben. Wir hören genau hin, was unsere Community braucht, und reagieren darauf. Wir sehen uns als Brückenbauerinnen und möchten weiterhin Vernetzung und Lernen fördern.

Maria Bassi: Uns schwebt vor, unsere Community weiterzuentwickeln. Viele Gründerinnen und Gründer bringen spezifische Expertisen, haben aber Herausforderungen wenn es um Strategie, Finanzierung oder Netzwerk geht. Dafür möchten wir gezielt Raum schaffen – etwa durch stärkere Einbindung erfahrener Persönlichkeiten, die Unternehmerinnen und Unternehmer unterstützen und verantwortungsvolles Unternehmertum fördern. Es geht uns um ein Miteinander, das engagiert ist, offen und nach vorne gerichtet. Erste Ideen haben wir bereits, noch ist aber nichts in Stein gemeisselt.

 

Zum Schluss: Acht Jahre Wunderraum in einem Satz?

Maria Bassi: Acht Jahre voller Ideen, Begegnungen und Menschen, die diesen Ort geprägt haben. Ohne sie wäre der Wunderraum einfach nur ein Raum geblieben.

Elisabeth Hirtl: Und genau deshalb sagen wir: Danke. An alle, die hier arbeiten, sich einbringen, sich gegenseitig weiterempfehlen und diesen Ort jeden Tag mit Leben füllen. Und an alle, die uns noch nicht kennen: Kommt vorbei. Wirklich.

 


 

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Das Interview geführt hat Claudia Hiestand

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