Coworking-Spaces sind der Innovationsherd der Wirtschaft

Elisabeth Hirtl

Gastgeberin

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Innovationsherd der Wirtschaft

Gastbeitrag von Claudia Hiestand: Bis vor Kurzem forderten die meisten Firmen von ihren Angestellten physische Präsenz im Büro. Die Corona-Krise führt zu einem Umdenken. Sie gibt dem Arbeiten in Coworking-Spaces zusätzlich Schub.

Von Claudia Hiestand

Der Lockdown hat geschafft, was niemand für möglich gehalten hatte: In kürzester Zeit haben Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz vom Büro nach Hause verlegt. Unternehmen stellten ihren Mitarbeitenden Laptops zu Verfügung und sorgten für ihre Anbindung ans Firmennetzwerk. Und siehe da: Die Umstellung gelang. Musste sie ja, es gab gar keine Alternative. Digitale Meetings, weniger Dienstreisen – all das war plötzlich möglich. Wir erfuhren, dass Chefs und Mitarbeitende sich vertrauen können. Und dass es eine Arbeitswelt gibt, in der wir Beruf, Familie und Freizeit freier und selbstbestimmter verbinden können.

Altes und Neues verbinden

Die grosse Frage, die Firmen aktuell umtreibt, lautet: Was nun? Zurückkehren zu alten Organisationsformen kommt nicht infrage, denn der Ruf nach flexiblen Arbeitsmodellen schallt unüberhörbar durch das Land. Wie aber sollen Unternehmen den neu entstandenen Bedürfnissen und gewonnenen Erkenntnissen konkret Rechnung tragen? Wie schaffen sie die Synthese von Präsenzkultur und zeit- und ortsunabhängigem Arbeiten? Eine, die weiss, wie das geht, ist Barbara Josef. Seit Jahren begleitet sie Unternehmen im Veränderungsprozess rund um das Thema neue Arbeits- und Lernwelten. Kürzlich zeigte die Co-Founderin der 5to9 AG in einem Workshop im Wunderraum in Pfäffikon auf, wie Firmen die Einsichten und Herausforderungen aus der Corona-Zeit erfassen und daraus geeignete Massnahmen ableiten können.

Ideenschmieden par excellence

Josef plädiert dafür, dass Unternehmen nebst Homeoffice auch andere flexible Arbeitsformen fördern, allen voran das Coworking. Denn: «Coworking-Spaces sind der Innovationsherd der Wirtschaft», begründet sie ihre Haltung. «Es sind Orte, wo Menschen sich vernetzen, Erfahrungen austauschen und gemeinsam Ideen entwickeln.» Das Büro bleibt zwar wichtig, aber für viele Jobs ist es nicht nötig, fünf Tage die Woche am Firmenschreibtisch zu sitzen. In Zukunft geht es viel mehr darum, Mitarbeitenden Freiräume zu gewähren, damit sie in vernetzten und agilen Teams Neues erproben und erfahren können. Coworking-Spaces bieten dafür die perfekte Arbeitsumgebung. Josef: «Die Krise hat bei den Menschen zu einem neuen Bewusstsein geführt. Sie sind bereit, sich auf Veränderungen einzulassen. Firmen sollten diese Chance unbedingt für sich nutzen.»

Neue Angebote im Wunderraum

Mit dem Workshop «Restart» mit Barbara Josef nehmen die Wunderraum-Gründerinnen Elisabeth Hirtl und Maria Bassi die Community-Aktivitäten in ihrem Coworking-Space in Pfäffikon nach dem Lockdown wieder auf. Beim anschliessenden Apéro gab es dann gleich noch Grund zum Feiern: Mit dem «Wunderlabor» bieten die beiden Unternehmerinnen neuerdings einen kreativen Workshopraum zum Denken und Entwickeln neuer Ideen an. Konkrete Anleitungen zu dessen Nutzung finden sich im handlichen «Ideation Space Playbook», das in eben diesen Tagen erschienen ist. Angestossen wurde ausserdem auf das neu gegründete Coworking Institut, das Forschung und Praxis miteinander verbindet, und auf die Lancierung des «Wunderraum cLub» für KMU. Mehr Infos zu diesen Angeboten auf www.wunder-raum.ch.

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